Un-konferenz? Damit ist gemeint: Es gibt nicht nur spannende Vorträge, Überraschungs-Kunst-Aktionen, zwei Lifebands und natürlich leckeres Essen (Danke an Camp Cuisine!). Das Programm lässt Frei-Raum zur Mitgestaltung - jede/r hatte die Gelegenheit, eine Arbeitgruppe vorzuschlagen und dann Zeit und Raum mit anderen an dem Thema zu arbeiten - Un-konferenz eben.
Freitag, 14.10.2011
14:00
Besichtigung des Transition Town Bielefeld Permakultur-Gartens; Nähe Bleichstr 185, Bielefeld
Eigentlich geht es gar nicht ums Anbauen, hört man. Der Garten ist Treffpunkt, Platz zum Quatschen und bisschen was tun. Dafür ist aber schon viel passiert seit Februar. Die "Lebenslaube" aus lebendigen Weidenzweigen steht, auf dem Hügelbeet sprießt der Mais, auf dem Kräuterbeet wippt der Lein, das PipiTipi (für Ortsfremde "Bioklo") ist in Betrieb und die Kompostwürmer in der Ecke mit der Terra Preta zeigen sich in Bestform. Was macht ihr eigentlich mit Schnecken fragt jemand....
IBZ, Bielefeld
Begrüßung durch Gerd Wessling von TT Bielefeld und Anja Ritschel, Umweltdezernentin der Stadt Bielefeld
Keynote Vortrag von Nicole Foss aka Stoneleigh; Finanz- und Energie-Expertin aus den USA ( Hauptrednerin auf der internationalen Transition Konferenz 2010 Nähe Totnes) über "Bursting Bubbles"
Transition Towns - das sind Herz, Hirn und Hände der Energiewendebewegung - sagte Gerd Wessling zur Begrüßung. Und das Gute ist: Wir können extrem mitbestimmen, wie sich das weiterentwickelt. Das geht jetzt übrigens noch besser: In den Händen hält er das neue Buch von Rob Hopkins "Transition Companion" mit hilfreichen Methoden und Beispielen aus der Transition Bewegung.
"Verwaltung allein wird Klimaschutz nicht wuppen können" meinte Anja Ritschel in ihrem Grußwort, "deswegen bin ich froh wenn es noch andere gibt, die mitarbeiten, wenn an vielen Stellen was passiert". Die aktiven Gruppen und Menschen, sagte sie, sind das Immunsystem der Erde und ein Grund dafür, dass sie sich überhaupt noch halten kann und zitierte damit den chilenischen Ökonomen Manfred Max-Neef.
"Wir müssen verstehen wie Märkte funktionieren und wie Spekulation Macht über die gesamte Gesellschaft ausübt", sagte Nicole Foss, die eine Vielzahl Professionen in sich vereint. Sie ist Biologin, Psychologin, graduierte in Jura, forschte zu Atomenergie und Energiepolitik und ist Mitautorin des Blogs "The Automatic Earth". Ihre Hoffnung: Wenn die Menschen nur genug wissen, über das, was auf den Finanzmärkten gerade passiert, dann können sie sich richtig vorbereiten, auf das Platzen der "Finanzblasen", die durch Spekulation angeheizt werden. Ihr Appell: Märkte funktionieren nicht rational, sie werden von Wahrnehmung getrieben und nicht von Realitäten. Die meisten Menschen folgen Trends und haben keine echten Informationen. Hoffnung und Angst treiben das Finanzwesen schneller vor sich her als die echte Ökonomie. Wenn aber Menschen Angst haben, dann sind sie leichter zu manipulieren. Angst, Furcht und Schuldzuweisungen helfen nicht weiter, sagt Nicole. Konzentriert Euch auf das Konstruktive, die echte Gemeinschaft statt der Virtuellen.
We need to build community
- turn the virtual community into a real one
- trust is the foundation of society of all times,
- build a robust system with local self sufficency
The future belongs to the adaptable - die Zukunft gehört den Anpassungsfähigen.
Samstag 15.10.2011
Naturfreundehaus Oerlinghausen
9:30
10:30Tiefenökologie-Workshop mit Norbert Gahbler
Elemente des Dragon Dreaming mit Michael Plesse
Seminarraum I, langsam wird es voll auf Stühlen, Tischen und Bänken. Die Sonne scheint am Pünktchen-Vorhang vorbei in den Raum. Auf dem Programm steht ein Schnupperkurs Dragon Dreaming in 90 Minuten. "Häufig machen wir bei der Projektentwicklung eine Trennung zwischen Kopf und Herz", beginnt Michael Plesse den Workshop, Dragon Dreaming ist eine Methode, die wieder Verbindung schafft zwischen Kopf, Herz und Hand, die ein Herzensanliegen mit einer Vision und einem Ablaufprozess verbindet. Sich mit Träumen zu verbinden, ist das kraftvollste, was man sich vorstellen kann, ergänzt sein Kollege Frithjof Paulig. Darum geht es in der ersten Phase des Dragon Dreaming: Sich Zeit nehmen, um die gemeinsame Vision zu entwickeln, Was ist mein Traum von diesem Projekt? Was ist Deiner? Was ist unser gemeinsamer Traum? Was muss passieren, damit du sagst, ich hätte meine Zeit nicht sinnvoller verbingen können? Es entsteht Energie und Kraft, sagt Michael, wenn ein gemeinsamer Traum nicht nur ausgesprochen wird, sondern auch gefühlt wird, wenn mein Traum und dein Traum, Teil eines größeren Traums werden. Dieser gemeinsame Traum wird dann in einem Traumdokument verschriftlicht, als Hilfe, Erinnerung, um die Vision nicht im Alltag zu verlieren. In den nächsten Projektphasen folgt das gemeinsame Planen, das Handeln und schließlich das Feiern. Was haben wir gelernt? Wie hat uns das Projekt verändert? Die Phasen können auch in anderer Reihenfolge durchschritten werden. So wie es für das Projekt sinnvoll ist oder für die Teilnehmer. Dragon Dreaming ist damit mehr als Projektmanagement. Es verfolgt drei Ziele: Das persönliches Wachstum unterstützen, die Gemeinschaft unterstützen und im Dienst der Erde stehen Dragon Dreaming, sagt John Croft, der diesen Prozess entwickelt hat, ist ein kraftvolle Methode, um Träume umzusetzen; sehr erfolgreiche Projekte zu machen und das mit viel Spaß und viel Energie. Es soll den Wandel in eine zukunftsfähige Gesellschaft unterstützen, ein Wandel, der nicht in 1000 oder in 100 sondern in wenigen Jahrzehnten geschehen muss.
"Der 1 Euro Solarkocher zum Selberbauen ": Workshop mit Michael Bonke
14:00
OpenSpace Arbeitsgruppen
- Permakultur als praktische Lebenshilfe
- Transition im Ländlichen Raum
- Transition in der Großstadt
- Erneuerbare Energietechnik
- Terre preta und effektive Mikroorganismen
- Diskussion mit Nicole Voss
15:30
"Steinzeit Re-Skilling" mit allen TeilnehmerInnen im archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen.
- Museumsrundgang
- Speerschleudern im Wald
- die Methoden der Feuererzeugung ausprobieren
- einen Armreifen aus gediegenem Kupfer treiben
Vortrag von Konstantin Kirsch über Permakultur, lebende Architektur und den Minuto.
Ausklang mit der Cagle Family.
Sonntag 15.10.2011
Naturfreundehaus Oerlinghausen
Kunstprojekt mit Art at Work.
Gruppenfoto Transition D/A/CH (Un-)Konferenz & Netzwerktreffen 2011.
Alle Bilder unter CC-BY-NC-ND sven-nieder.de. (Namensnennung)
Text by GesaMa

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